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Person streicht Wand mit Grundierung

Grundwissen Grundierung

Putz, Rigips, Gipskarton – wann und wofür Sie Tiefgrund streichen sollten

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Warum grundieren?

Bei schwierigen Untergründen sollten Sie vorab eine Grundierung streichen – so bereiten Sie Ihre Wände optimal auf den Endanstrich vor und erzielen ein gleichmäßiges und schönes Streichergebnis. Hier erfahren Sie alles, was Sie zum Thema Grundierung wissen müssen, und wie Sie am besten testen können, ob Sie eine Grundierung benötigen.

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Was ist eine Grundierung?

Grundierungen dienen der Vorbereitung von grob porösen, stark saugenden und sandenden Untergründen, wie z. B. bei Putz, Gipskarton bzw. Rigips. Sie werden vor der Wandfarbe aufgetragen und sorgen für ein gutes Streichergebnis. Eine Grundierung ist transparent und dünnflüssig. Dadurch kann sie tief in den Untergrund eindringen und die Wand festigen. Eine Grundierung – auch Tiefgrund oder Tiefengrund genannt – sorgt so für eine Festigung von porösen und sandenden Flächen sowie für einen Ausgleich des Saugverhaltens.

Wann sollte man grundieren?

Die Beschaffenheit des Untergrunds einer Wand wirkt sich direkt auf das Streichergebnis aus. Wird ein poröser, sandender, stark saugender oder feuchter Untergrund vor dem Streichen der Wandfarbe nicht grundiert, kann diese nicht optimal haften. Die Folgen sind oftmals Abblättern bzw. Abplatzungen, Flecken- oder Streifenbildung. Daher müssen Sie u. a. auf unbeschichteten Putz oder Gipskarton bzw. Rigips vor dem Streichen immer eine Grundierung auftragen.

So testen Sie, ob Sie eine Grundierung benötigen

Unbehandelte Untergründe von Wänden müssen vor dem Streichen grundiert werden. Aber auch bei einer bereits existierenden Beschichtung des Untergrunds besteht keine Garantie auf eine optimale Haftvermittlung für die Wandfarbe beim anschließenden Anstrich. Mit drei einfachen Tests können Sie herausfinden, ob Sie die Wand vor dem Streichen mit einer Grundierung vorbehandeln sollten.

Klebebandtest – ermittelt losen Putz

Drücken Sie ein Stück Klebeband fest auf die Wand und ziehen Sie es ruckartig ab. Rückstände auf dem Klebeband weisen auf lose Putz- oder Farbschichten bzw. poröse und sandende Untergründe hin. Lose Stellen sollten entfernt werden, anschließend ist eine Grundierung ratsam, damit sich die Farbe gleichmäßig auftragen lässt und der Untergrund gefestigt wird.

Wischtest – spürt kreidende Wände auf

Wischen Sie mit der Hand oder einem feuchten Tuch über den Putz. Verfärbungen deuten auf kreidenden Untergrund hin und machen eine Grundierung empfehlenswert.

Benetzungsprobe – testet die Saugkraft

Ein stark saugender Untergrund kann zum sogenannten Aufbrenneffekt führen, indem er der Wandfarbe das Wasser zu schnell entzieht und es zu keiner Filmbildung kommt: Die Pigmente liegen ungeschützt auf, es fehlt ihnen an Haftung und Halt. Dadurch können Streifen oder Flecken entstehen. Auch kann die Farbe beim Streichen der nächsten Schicht sofort abblättern.

Für den Test befeuchten Sie die Wand mit einer Sprühflasche oder einem Schwamm. Zeigen sich dunkle Verfärbungen in Form von Linien- Haar- oder Netzrissen, ist eine Grundierung ratsam. Abperlende bzw. normal ablaufende Flüssigkeit hingegen erübrigt eine Grundierung.

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Wie grundiert man richtig? So geht’s!

Haben Sie die Beschaffenheit der Wand ermittelt, können Sie die auch Tiefgrund genannte Grundierung streichen, um für optimale Streichbedingungen zu sorgen.

Tragen Sie Grundierungen am besten mit einer Bürste auf. Dies hat den Vorteil, dass die Grundierung tief in die Wand eingearbeitet wird und nicht nur auf der Oberfläche wirkt. Zudem lässt sich eine Grundierung mit der Bürste angenehmer und spritzarmer verarbeiten.

Beim Grundieren reicht ein einmaliger Anstrich aus, da zu viel Tiefgrund eine Trennschicht zwischen Wand und Farbe bilden kann. Nach dem Trocknen der Grundierung können Sie die Wandfarbe streichen.

Tipp: Verwenden Sie im Innenbereich einen lösemittelfreien Tiefgrund wie z. B. den Alpina Tiefgrund LF, da dieser schonender für Gesundheit und Umwelt ist.

Was tun bei feuchten Wänden und Schimmelbildung?

Wenn sich Schimmel bildet, ist dies nicht nur ein optisches Problem, Wände können schnell auch zur Gefahr für die Gesundheit werden. Typische Erkennungszeichen sind Wasserränder, Salzausblühungen, dunkle Flecken sowie Stockflecken oder schon sichtbarer Schimmel.

Bei feuchten Wänden empfiehlt sich folgendes Vorgehen: Zuerst die Ursache beseitigen, dann eine spezielle Grundierung gegen Schimmel auftragen, die einer weiteren Ausbreitung vorbeugt, Stockflecken und Schimmel entfernen, dann streichen. Beim Entfernen des Schimmels sollte unbedingt eine Atemschutzmaske getragen werden. Bei Salzausblühungen werden die sichtbaren Krusten abgebürstet. Wichtig: In diesem Fall sollte kein wasserhaltiger Anstrich verwendet werden. Mehr Tipps zum Beseitigen von Schimmelflecken finden Sie hier.

Was tun bei Nikotin-Verfärbungen und Verschmutzungen?

Zur Behandlung von groben Verschmutzungen oder Verfärbungen durch Nikotin sollten alle Flecken zunächst abgewaschen werden. Tragen Sie danach am besten einen speziellen pigmenthaltigen Sperrgrund auf, der Verfärbungen zuverlässig überdeckt.

Werden beispielsweise verfärbte Wände in „Raucherräumen“ einfach übergestrichen, können Nikotinflecken nach einiger Zeit durch den neuen Anstrich dringen. Spezielle Produkte wie die Alpina Ruß- und Nikotin-Isolierfarbe, eine weiße Dispersionsfarbe, die sich für viele Untergründe eignet und auch Wasserflecken sicher abdeckt, verhindern dies. Mehr Tipps zum Beseitigen von Nikotinflecken finden Sie hier.

FAQ

Eine Grundierung dient dazu, den Untergrund weniger saugfähig zu machen und sorgt für eine gleichmäßige Saugfähigkeit der Fläche. Auf einer solchen Fläche bleiben z.B. Farben besser haften und haben ein ebenmäßiges Erscheinungsbild.

Welche Grundierung Sie benötigen, kommt ganz auf den Untergrund drauf an. Haben Sie z. B. eine stark nikotin- oder rußbeschmutzte Wand, benötigen Sie einen Fleckenblocker oder Sperrgrund. Bei stark saugfähigen Wänden aus Gipskartonplatten verwenden Sie am besten einen Tiefengrund.

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