Anleitung

Wände richtig streichen - Tipps und Tricks für den perfekten Wandanstrich

In wenigen Schritten Wände fachmännisch weiß oder farbig streichen

Wände richtig streichen, um ein perfektes Ergebnis zu erzielen – im Schritt für Schritt-Verfahren werden die wichtigsten Fragen geklärt: Wie wird die Farbe richtig auf die Wand aufgetragen? Worauf muss ich beim Streichen noch achten? Diese Anleitung gilt gleichermaßen für das Streichen  mit weißen, aber auch bunten Wandfarben. Doch bevor es mit Pinsel und Rolle losgeht, müssen ein paar Vorbereitungen getroffen werden.

Bevor die Wand gestrichen werden kann muss der Raum vorbereitet werden

Farbexperten-Tipp zu Möbeln: Um an allen Wänden gut arbeiten zu können, sollte der Raum vorher komplett leergeräumt werden. Wenn Möbel zu sperrig sind, können Sie diese alternativ einfach in die Mitte des Raumes schieben.

Abkleben Teil 1:

Die Fußleisten vor dem Streichen mit Malerband abkleben und den Fußboden mit Malerfolie auslegen. Spezielle Malerfolien mit Klebestreifen sparen einen Arbeitsschritt.

Farbexperten-Tipp zu Heizkörpern: Das Streichen hinter Heizkörpern ist eine besondere Herausforderung. Um zu verhindern, dass der Heizkörper von der Rückseite mitgestrichen wird, sollte er mit einer dünnen Malerfolie stramm umspannt werden. Eine lockere Folie bleibt an der Malerrolle bzw. an dem Pinsel kleben. Alternativ können auch Zeitungspapier oder Alufolie zu diesem Zweck eingesetzt werden.

Abkleben Teil 2:

Die Steckdosen und Lichtschalter abmontieren und/oder mit Malerband sorgfältig abkleben. Achtung, den Strom unbedingt abschalten! Kleben Sie die Kanten von Fußleisten, Türzargen und Fensterrahmen ebenfalls mit Malerband ab. Fußböden und Türflächen bedecken Sie mit Folie oder Malervlies.

Farbexperten-Tipp zu Dübellöchern: Verspachteln Sie kleine Risse und Dübellöcher in den Wänden mit Gips. Werden Dübellöcher hinterher noch gebraucht, stecken Sie etwas Küchenpapier in diese. So werden Sie beim Anstrich nicht mit Farbe gefüllt.

 

 

Das richtige Werkzeug verwenden – für den perfekten Anstrich

Farbexperten-Tipp: Wer zu billigen Malerrollen greift, spart an der falschen Stelle. Rollen aus Plüsch oder Vestan hinterlassen Fussel und Fasern an der Wand. Wichtig ist, die geeigneten Utensilien bereit zu haben: Passt die Malerrolle in den Farbeimer? Falls nicht, brauchen Sie eine Farbwanne, um richtig abrollen zu können. Bei größeren Farbeimern reicht meist auch ein Abstreifgitter.

In einer Ecke mit den Malerarbeiten starten. Es empfiehlt sich, vom Fenster – der natürlichen Lichtquelle – in den Raum zu streichen. Für den Eckenanstrich greifen Streicherfahrene zu einem langstieligen Eckenpinsel und einer kleinen Malerrolle.

 

 

Farbexperten-Tipp: Rühren Sie die Farbe vor dem Streichen  mit einem Rührholz oder einem alten Kochlöffel gut auf.

Der Pinsel sollte maximal zwei Zentimeter tief in die Farbe eingetaucht werden, damit nicht zu viel Farbe in den Pinselborsten haften bleibt. Unschöne Farbnasen können so vermieden werden.

Mit der ersten Anstrichphase beginnen

Mit dem farbgetränkten Pinsel geht es dann direkt an die Wand. 

Streichen Sie die Farbe mit dem Pinsel gut in die Ecken. Achten Sie darauf, die Farbe im Randbereich nicht zu dick aufzutragen.

Streichen Sie die Farbe links und rechts von der Ecke nochmal glatt. Dazu wiederholt den Pinsel in die Farbe tauchen und den Randbereich streichen.

Mit dem Farbroller großflächig arbeiten

Tauchen Sie die den Farbroller in die Farbe und rollen Sie sie über die strukturierte Fläche der Farbwanne. Diesen Vorgang wiederholen Sie so lange, bis die Malerrolle komplett mit Farbe benetzt ist.

Wer direkt aus dem Farbeimer arbeitet, sollte ein Abstreifgitter nutzen. Tauchen Sie die Malerrolle in die Farbe und rollen Sie sie mehrfach über das Abstreifgitter. Diesen Vorgang wiederholen, bis die Farbrolle komplett mit Farbe bedeckt ist. 

Noch im nassen Zustand wird die Farbe in der Ecke mit dem  großen Farbroller  überarbeitet. Auf diese Weise (Nass-in-nass) können Farbränder verhindert werden.

Setzen Sie den Roller  auf Schulterhöhe an die Wand und verteilen Sie die Farbe durch Abrollen zuerst nach oben und dann nach unten.

Eine Teleskopstange für die Malerrolle (Länge individuell einstellbar) spart lästiges Leiterklettern beim Streichen. Allerdings benötigt man mit der langen Stange auch etwas mehr Muskelkraft, als mit dem kurzen Handstiel.

Nach etwa drei Bahnen Farbauftrag wird die Farbfläche noch einmal geebnet („verschlichten“ in der Fachsprache). Rollen Sie dazu noch einmal über die bereits gestrichenen Flächen, ohne die Farbrolle noch einmal in die Farbe zu tauchen.

Die Farbe richtig trocknen lassen

Farbexperten-Tipp: Nach dem Streichen  sollte der Farbe Zeit gegeben werden. Selbst wenn Streifen während des Trocknens sichtbar werden oder die Wand scheckig erscheint, darf jetzt nicht noch einmal drüber gestrichen werden. Das tatsächliche Ergebnis wird erst nach dem kompletten Durchtrocknen – das kann durchaus sechs Stunden dauern – erkennbar.

Achtung: Wer versucht, Teilabschnitte der Wand während dieser Phase nochmal zu streichen, trägt verständlicherweise in diesen Bereichen Farbe doppelt auf. Fleckige Wände sind das Ergebnis. Also die Wandfarbe immer erst alles gut trocknen lassen und bei Bedarf die Wand noch ein weiteres Mal komplett streichen.

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