Eine Grundierung wird mit einem Pinsel aufgetragen

Möbel lackieren – Anleitung mit Lackiertipps

Schritt für Schritt zur perfekten Lackierung von Schrank, Tisch, Stuhl und Kommode

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Lackiertipps und -tricks für perfekt lackierte Möbel

Die Kommode hat etliche Kratzer, die Lackfarbe des Schranks passt nicht mehr zur Wandfarbe der Küche – oder der Tisch oder Stuhl vom Flohmarkt braucht dringend einen neuen Anstrich? Mit etwas frischem Buntlack für Möbel sieht alles wieder wie neu aus. Wir zeigen Ihnen in unserer Schritt-für-Schritt-Lackieranleitung, wie Sie mit Buntlack für innen Ihre Möbel perfekt lackieren können.

Möbel lackieren: So geht's

6 SCHRITTE

1 Das richtige Werkzeug zum Lackieren

Beim Lackieren von Möbeln mit Buntlack für innen ist die richtige Werkzeugauswahl von entscheidender Bedeutung für gelungene Ergebnisse. Welche Werkzeuge Sie idealerweise verwenden, haben wir in einer kurzen Übersicht für Sie zusammengestellt. Diese Werkzeuge und Materialien sollten Sie – je nach zu lackierendem Möbelstück – bereithalten:

  • Rührholz

Rühren Sie vor der Anwendung den Lack mit einem Rührholz gut um, damit sich alle Bestandteile gut vermischen.

  • Malerkrepp/Klebeband

 Kleben Sie nicht zu streichende Stellen sorgfältig mit Malerklebeband ab.

  • Malervlies oder Malerfolie

Mit einem Malervlies oder einer Abdeckfolie schützen Sie den Untergrund vor Lackspritzern.

  • Schleifpapier/Schleifvlies

Schleifpapier gibt es in zahlreichen Körnungen, um Untergründe von Rückständen zu befreien. Zum Anschleifen von rohem Holz eignet sich eine 120er-Körnung. Bei festen Altanstrichen empfehlen wir eine gröbere Körnung von 80–100. Für den Zwischenschliff verwenden Sie am besten eine feinere Körnung von 150–240.

  • Schleifklotz

Der Schleifklotz dient zum Umwickeln mit Schleifpapier für eine leichtere Handhabung.

  • Abstauber/Handfeger

Grobe Verschmutzungen und alte Lackreste können Sie leicht mit einem Abstauber entfernen.

  • Staubtuch

Vor und zwischen den Anstrichen empfiehlt sich eine Reinigung mit einem Staubtuch, um Staubeinschlüsse im Lack zu vermeiden.

  • Pinsel aus Kunststoffborsten

Für Acryllacke – wie die von Alpina – empfehlen sich Pinsel aus Kunststoffborsten, da diese durch im Lack enthaltenes Wasser nicht aufquellen und für eine optimale Verarbeitung und optimalen Verlauf sorgen. Damit streichen Sie kleinere Objekte und Möbelstücke wie Stühle, Regale oder Fensterrahmen und können direkt aus der Lackdose arbeiten.

Für Kunstharzlack eignen sich Pinsel aus Naturborsten.

  • Lackroller aus Schaumstoff

Für die schnelle und einfache Bearbeitung von größeren Flächen wie Tischplatten oder Kommoden verwenden Sie idealerweise einen Lackroller aus Schaumstoff, um eine einheitliche und feine Lackoberfläche zu erhalten. Wir empfehlen seinen Einsatz auch zum Nachrollen von mit Flachpinseln aufgetragenem Lack.

Tipp: Für das Lackieren glatter Flächen empfehlen wir eine hochwertige, feinporige Schaumwalze, die an beiden Enden abgerundet ist. Diese Form vermindert die Bildung von Ansatzrändern in der Lackoberfläche.

  • Lackwanne und Abstreifgitter

Wenn Sie mit einem Lackroller arbeiten, füllen Sie den Lack vor der Anwendung in eine Lackwanne um. So lässt sich die Rolle gleichmäßig eintauchen und überschüssiger Lack einfach abstreifen. Optional können Sie auch ein kleines Abstreifgitter verwenden, um damit direkt aus der Dose zu arbeiten.

2 SCHRITT 2: DEN RICHTIGEN LACK AUSWÄHLEN

Bevor Sie Ihre Möbel neu lackieren, sollten Sie einen geeigneten Lack aussuchen. Dabei empfiehlt sich vor allemAcryllack für den Innenbereich. Dieser Lack ist wasserbasiert und umweltfreundlich, trocknet schnell und ist im gesamten Wohnbereich unbedenklich beim Streichen. Acryllack ist stoß- und schlagfest und durch seine gute Witterungsbeständigkeit auch für den Außenbereich hervorragend geeignet.

Zur Auswahl des passenden Farbtons stehen Ihnen vielfältige Lacksortimente zur Verfügung: Im Baumarkt gibt es neben Weißlack auch fertig getönten Buntlack für innen wie z. B. die edelmatten Lacke der Alpina Feine Farben Kollektion.

Darüber hinaus können Sie mit Leichtigkeit die Farbe des Lacks Ihrem persönlichen Geschmack und der räumlichen Umgebung anpassen: Mit Mischanlagen im Handel wie z. B. dem Alpina Color Buntlack Mischservice erhalten Sie immer Ihre individuelle Lack-Nuance. Wählen Sie hierfür einfach aus der Farbpalette Ihren Wunschfarbton aus oder bringen Sie ein persönliches Farbmuster mit.

3 SCHRITT 3: VORBEREITUNGEN BEIM LACKIEREN

Bevor Sie mit dem Lackieren starten, sollten Sie den Untergrund sorgfältig vorbereiten – so erhalten Sie ein besonders schönes und langlebiges Lackierergebnis.

Kommode lackieren: Schritt-für-Schritt-Anleitung

1.1. Gegenstand platzieren und nicht zu lackierende Stellen abkleben

Platzieren Sie den zu lackierenden Gegenstand – hier erklärt anhand des Beispiels einer Kommode – auf einem geeigneten Untergrund, z. B. auf Blöcken und decken Sie die Umgebung mit Malervlies oder Malerfolie ab, um sie vor Lackspritzern zu schützen. So vermeiden Sie Reinigungsaufwand im Nachhinein. Schrauben Sie Scharniere etc. ab oder kleben Sie nicht zu lackierende Stellen, wie Möbelfüße, sorgfältig mit Klebeband ab.

1.2. Macken und Risse ausbessern

Mit einem Lackspachtel können Sie Macken und Risse ausbessern. So erhalten Sie einen glatten Untergrund, der sich gut schleifen lässt.

1.3. Oberfläche anschleifen, säubern und nachschleifen

Der Untergrund des zu lackierenden Möbelstücks muss sauber, trocken und fettfrei sein sowie dem Lack eine gute Haftung ermöglichen. Schleifen Sie die Oberfläche sorgfältig mit Schleifpapier, z. B. mit 120er-Körnung, an, um diese anzurauen: So kann der Lack optimal auf dem Untergrund haften.

Für kleinteilige Flächen wie z. B. gerippte Heizkörper eignet sich auch ein Schleifvlies, da sich dieses besser der Form anpasst. Entfernen Sie abgeplatzte Lackstellen und ggf. Rost auf Metall. Bei Holzuntergründen arbeiten Sie immer in Richtung der Holzmaserung. Befreien Sie die Oberfläche von Schleifstaub und schleifen sie mit feinerer Körnung nach.

1.4. Oberfläche nach jedem Anschleifen gründlich abstauben

Stauben Sie die Oberfläche nach jedem Anschleifen gründlich mit einem sauberen Handbesen oder Staubbindetuch ab – und zwar vor und nach der Grundierung. So verhindern Sie, dass sich später Schmutzpartikel auf der Lackoberfläche abzeichnen oder der Lack nicht haftet.

2 GRUNDIEREN VOR DEM LACKIEREN

In den meisten Fällen können die Alpina Acryllackeohne Grundierung eingesetzt werden. Zur Haftungsvermittlung auf schwierigen Materialien wie Zink oder verzinkten Untergründen, für den Rostschutz von unbehandeltem Metall und zur Vorbeugung von verfärbenden Holzinhaltsstoffen in den Deckanstrich bei rohem Holz ist allerdings eine Grundierung erforderlich.

Alle Arbeitsschritte auf einen Blick:

2.1. Grundierung aufrühren

Rühren Sie die Grundierung vor der Anwendung mit einem Rührholz sorgfältig auf. So können sich am Boden der Dose abgesetzte Pigmente und Füllstoffe wieder gleichmäßig verteilen und ihre Wirkung voll entfalten.

2.2. Grundierung auftragen und trocknen lassen

Tragen Sie die Grundierung nach dem Voranschliff mit einem Pinsel oder einer Rolle auf und lassen Sie das Objekt anschließend 6–8 Stunden trocknen, bevor Sie mit der Decklackierung beginnen.

2.3. Holz grundieren

Bei rohem Holz sollte die Grundierung eine haftvermittelnde und isolierende Wirkung haben, die das Durchschlagen verfärbender Holzinhaltsstoffe in Form von Gelbverfärbungen im Deckanstrich verhindert. Verwenden Sie hierfür z. B. den Alpina Holz-Isoliergrund oder die Alpina Feine Farben Lack GRUNDIERUNG.

Schleifen Sie das grundierte Holz nach dem Trocknen noch einmal mit Schleifpapier oder einem Schleifvlies mit 180er Körnung oder feiner an, um auch die winzigsten abstehenden Holzfasern zu glätten. Anschließend sorgfältig abstauben. Das ergibt eine perfekte, glatte Oberfläche für die kommende Lackschicht.

2.4. Metall grundieren

Bei unbehandeltem Metall sollte die Grundierung Haftung vermitteln und einen Rostschutz vorweisen. Hierfür stehen Ihnen z. B. die Alpina Rostschutz-Grundierung oder die Alpina Feine Farben Lack GRUNDIERUNG zur Verfügung.

Liegen nur punktuell blanke Stellen vor, z. B. weil Sie beim Anschleifen des Altanstrichs vereinzelt abblätternde Lackschichten oder Roststellen entfernt haben, reicht es aus, wenn Sie nur die erforderlichen Stellen dünn mit der Rostschutz-Grundierung streichen.

Wenn Sie eine Heizung lackieren, so drehen Sie diese vor dem Lackieren rechtzeitig herunter, denn Heizkörper sollten nur im kalten Zustand gestrichen werden.

2.5. Kunststoff grundieren

Möbelstücke aus Kunststoff haben sehr glatte Oberflächen und liefern dadurch keine optimale Haftung für Lacke. Wenn Sie diese Möbel trotzdem wie ein Profi lackieren möchten, dann streichen Sie als erstes eine haftvermittelnde Grundierung. Als klassische Grundierung bei Untergründen wie Kunststoff (Hart-PVC) bietet der Alpina Universal-Haftgrund ein optimales Haftvermögen.

3 LACKIEREN MIT DEM PINSEL, LACKROLLER ODER MIT SPRÜHLACK

LACKIEREN MIT PINSEL

Lackierpinsel sind ideal zum Lackieren von kleinteiligen Objekten und eignen sich hervorragend für Möbel mittlerer Größe wie z. B. Stühle oder Regale. Mit einem Pinsel können Sie zudem praktischerweise direkt aus der Lackdose arbeiten. Wie Sie Objekte richtig mit dem Pinsel lackieren, erfahren Sie hier.

 

LACKIEREN MIT DEM LACKROLLER

Ein Lackroller ist ideal zum Lackieren von großen Flächen – mit diesem streichen Sie Kommoden, Schränke, Türen und andere großflächige Gegenstände mit Lack am besten. Der Auftrag geht leicht von der Hand und die Oberfläche wird sehr gleichmäßig. Wie Sie diese und andere Objekte richtig mit dem Lackroller lackieren, erfahren Sie hier.

 

LACKIEREN MIT SPRÜHLACK

Sprühlacke sind ideal zum Lackieren von filigranen Gegenständen eignen sich vor allem für kleine Flächen z. B. bei Dekorationsobjekten wie Bilderrahmen, Figuren, feingliedrigen Möbeln und Tischleuchten. Wie Sie diese und andere Objekte richtig mit Sprühlack lackieren, erfahren Sie hier.

4 WERKZEUGE REINIGEN SOWIE LACKE LAGERN UND ENTSORGEN

Direkt nach dem Lackieren sollten Sie alle Werkzeuge gründlich reinigen. Auch bleiben oftmals Lackreste übrig. Wie Sie Werkzeuge am besten reinigen und Lackreste richtig lagern und entsorgen, zeigen wir Ihnen hier.

FAQ

Mit dem richtigen Buntlack für Möbel und wenigen richtigen Werkzeugen lassen sich unterschiedliche Möbelstücke wie Kommoden, Tische, Stühle, Schränke aus Holz, Kunststoff und Metall ganz einfach lackieren.

Generell können so gut wie alle Möbelstücke gestrichen werden. Sie benötigen dafür lediglich einen geeigneten Buntlack für innen sowie die richtige Vorbehandlung wie z. B. Reinigung und Anschleifen. Gegebenenfalls müssen Sie vor dem Lackieren alle Oberflächen grundieren.

Entnehmen Sie vor der Lackierung von Möbeln alle losen Teile wie z. B. Schubladen und bauen Sie alle beweglichen Teile, wie z. B. Türen von Schränken, ab. Schrauben Sie Scharniere ab und kleben Sie nicht zu lackierende Teile ab. Zur weiteren Vorbereitung schaben Sie alte und lose Lackreste ab, schleifen alle Oberflächen an und entfernen anschließend gründlich den Schleifstaub. Beseitigen Sie noch Macken und Risse mit einem Spachtel, bevor Sie mit dem Anstrich anfangen.

Normalerweise sollten Sie die zu lackierende Oberfläche für eine bessere Haftungsvermittlung mit Schleifpapier anschleifen. Möchten Sie auf das Anschleifen verzichten, können Sie die Oberfläche alternativ mit einer Seifenlauge, die Sie aus einem im Baumarkt erhältlichen Anlauger-Konzentrat und Wasser anmischen, gründlich reinigen.

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