Farbwissen

Indigo – das Blau aus Indien

Der tiefblaue Farbstoff mit seinem mystische Ursprung

Die prägnante Ausstrahlung von Alpina Farbrezepte Blaue Stunde entfaltet sich stilvoll in Räumen mit ruhigem, klaren Design.

Indigo wird in Europa bereits seit der Antike zum Färben von Stoffen verwendet. Benannt ist der Farbstoff nach seiner Herkunft: Indigo leitet sich vom griechischen Indikón ab, „das Indische“. Der natürliche Pflanzenfarbstoff wurde ursprünglich überwiegend aus der indischen Färberpflanze gewonnen und nach Europa importiert. Auch das in Europa bereits seit der Antike kultivierte Färberwaid enthält das kostbare Blau, jedoch in einer um den Faktor dreißig niedrigeren Konzentration. Bis ins Mittelalter war Indigo der einzige bekannte blaue Farbstoff. 

Eine Farbe mit langer Geschichte: Das mystische Blau aus dem Nichts

In dem historischen Färbungsprozess von Indigo spielt die Farbe Blau zunächst gar keine Rolle. Der eingesetzte Pflanzensud enthält einen Vorstoff, das Indigo-Weiß. Die Blaufärbung entsteht „wie von Geisterhand“ erst durch Oxidation an der Luft, nachdem die Stoffbahnen durch das Färbebad gezogen werden. Auch deshalb wurde der Farbe mystische Eigenschaften zugeschrieben und die alten Ägypter umwickelten ihre Mumien mit Stoffbahnen, die in Indigo gefärbt waren. 

Siegeszug in der Moderne

Im Jahre 1870 gelang es dem deutschen Chemiker Adolf von Baeyer erstmals, den Farbstoff vollsynthetisch herzustellen. Plötzlich war Indigo deutlich kostengünstiger erhältlich und konnte im größeren Maßstab verwendet werden. Levi Straus nutzte ihn beispielweise zum Färben der Jeans, die er 1873 erfand. 

Wofür steht Blau heute? Die Farbe der Unendlichkeit

Im Farbspektrum liegt Indigo an der Grenze zwischen Blau und Violett – häufig wird er als der letzte dunkle Blauton beschrieben, bevor die violette Farbskala beginnt. Indigo strahlt Ruhe und Besonnenheit aus. Als die Farbe des Mitternachtshimmels verkörpert sie die Tiefe der Nacht, Mystik und Unendlichkeit. Die typische Wirkung von Blau – sich nach innen wenden, sich zurückziehen – wird in dunklen Farbnuancen noch gesteigert. Satte Blautöne wie Indigo strahlen nicht nach außen, wie beispielsweise ein leuchtend blauer Himmel. Sie wirken nach innen und laden ein, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. 

Blau als Wandfarbe? Das Gefühl beschützender Weite

Räume in Indigo besitzen eine intime Atmosphäre, einen angenehm schützenden Höhlencharakter. Dabei wirkt die Farbe jedoch nicht beengend. Die dunkelblauen Wände besitzen zwar eine ruhige Präsenz – nehmen sich aber gleichzeitig zurück und geben dem Raum dadurch Tiefe. 

Indigo im Schlafzimmer – willkommen im Reich der Träume

Aufgrund der beruhigenden Wirkung eignet sich Indigo hervorragend für Schlafräume. Der Farbton verlangsamt das Denken und baut Nervosität ab, löst Verspannungen und fördert die Regeneration. 

Indigo im Wohnzimmer – der elegante Purismus

Aufgrund seines zurückhaltenden Charakters harmoniert der dunkelbaue Ton ausgezeichnet mit einem puristischen Einrichtungsstil. Räume in Indigo, die bewusst minimalistisch eingerichtet sind, besitzen eine meditative, fast asketische Ausstrahlung, die an den auf Harmonie und Ruhe ausgerichteten Zen-Stil erinnert. Kombiniert mit den richtigen Farben und Accessoires wirkt es edel, souverän und elegant. 

Wie wird Blau kombiniert? Weiß, Naturtöne und weiche Materialien sind Traumpartner

Weiße Möbel entfalten vor einer dunklen Indigo-Wand eine besondere Strahlkraft. Die für Blautöne typische Kühle wird dabei durch den Einsatz von weichen Materialen wie Stoff oder Wolle und warmen Naturtönen geschickt neutralisiert. Der satte Farbton „Blaue Stunde“Produktdetails der Alpina Farbrezepte harmoniert exzellent mit dezenten Neutraltönen, z. B. mit warmem, hellem Holz und lichten Grautönen. Besonders warm wirkt Indigo in der Kombination mit zarten Rosatönen. 

Accessoires – die Macht des Metalls

Jedes Metall besitzt eine individuelle Ausstrahlung, die im Zusammenspiel mit Indigo genutzt werden kann. Silber verleiht dem Raum eine kühle Eleganz, Kupfer bringt wärmendes Feuer ins Spiel. Und Gold- und Messsingtöne verströmen einen sonnigen Glanz, der die Atmosphäre gezielt belebt. 

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