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Warum ist die Berufskleidung von Chirurgen eigentlich grün?

Denkt man an Ärzte im Krankenhaus, so hat man entweder gleich das Bild eines gutaussehenden Mc Dreamy aus seiner Lieblingsarztserie im Kopf oder man denkt an den klassischen Arzt im weißen Kittel. Aber eines haben beide gemeinsam: Wenn es in den Operationssaal geht, wird der rein weiße Arztkittel abgelegt und gegen ein Gewand in blau oder grün eingetauscht. Welche Gründe hat das eigentlich?

Praktische Gründe gegen Weiß im OP

Jeder, der schon einmal gestrichen hat, kennt es. Vor einem weißen Hintergrund kommt bunte Farbe besonders gut zur Geltung und kann ihre Farbtiefe und Leuchtkraft entfalten. Daher sind auch Leinwände weiß. Ist der Untergrund eher dunkel, kann die aufgetragene Farbe verfälscht werden. Ebenso verhält es sich bei weißen Textilien. Auch sie nehmen Farben unverfälscht auf. Im OP bedeutet das, dass weiße Tupfer und Tücher ideal die Farbe der Wunden aufnehmen und damit würde die Gefahr besteht sie in der Wunde zu vergessen. Auch Blutflecken, die bei einer Operation nun mal entstehen können, stechen auf einem weißen Hemd viel mehr hervor als auf einem Grünen. Flecken erscheinen farblich unverfälscht, was für Patienten mit Angst vor Blut einen enormen Stressfaktor nehmen würde. Das ist aber eher unwahrscheinlich der Grund für die Farbwahl. Denn seien wir einmal ehrlich, den Operateur bekommt man nach der Operation ohnehin nicht zu Gesicht und wegen der hohen Hygieneauflagen in Krankenhäusern wird einem auch kein Arzt in blutverschmierten Operationsklamotten auf dem Gang begegnen.

In grün gekleidete Chirurgen im Operationssaal

Grün statt weiß – Operationssäle und Ärzte sind in grün getaucht.

Weiß reflektiert im OP

Was für dunkle Räume eine gute Empfehlung ist, ist in OP-Sälen eher unterwünscht – Weiß. Weiß eignet sich gut um Räume heller wirken zu lassen, da sie im Vergleich zu anderen Farben am meisten Licht reflektiert, aber in OP-Sälen ist dieser Effekt tatsächlich eher hinderlich. Zwar kann man davon ausgehen, dass der operierende Arzt besonders viel Licht benötigt, um die Wunde auch gut zu sehen, aber in der Realität blendet zu viel reflektiertes Licht von weißen Materialien. Außerdem würden weiße OP-Bekleidung und eine weiße Ausstattung des OPs über einen längeren Zeitraum die Augen ermüden. Auch das ist ein Grund, warum die Tücher in gedecktem Grün oder Blau gehalten sind.

Farbpsychologie: Grün und Blau beruhigen und fördern die Konzentration

Liegt der Grund für die Farbwahl der OP-Klamotten in der Farbwirkung von grün und blau?
Es ist allgemein bekannt, dass besonders diese beiden Farben eine beruhigende und entspannende Wirkung auf uns Menschen ausüben. Das weiß auch Alpina. Das zarte Grün der Alpina Feine Farben „Hüterin der Freiheit“ oder das sanfte Blau „Ruhe des Nordens“ verleihen dem Raum eine Balance, die zum Entspannen einlädt. Bei den Alpina Farbrezepten „einfach entspannt“ und „einfach erholt“ wird auch auf eine Farbpallette mit Nuancen aus Grün und Blau gesetzt, die einen an das Meer und die Natur erinnern und einen den Alltag vergessen lassen. Wird diese entspannende Farbwirkung auch für die Patienten genutzt? Beruhigen die grünen Kittel der Ärzte und Schwestern den Patienten vor der Operation? Oder hat die Farbwahl der Berufsbekleidung doch noch andere Gründe?

Farbpalette „Einfach erholt“

Farbpalette „Einfach erholt“

Farbpalette „Einfach entspannt“

Farbpalette „Einfach entspannt“

Unsere Biologie austricksen – Nachbild-Effekt mit Komplementärfarben

„Ich sehe was, was du nicht siehst, und das ist…“, so ähnlich könnte man den sogenannten Nachbild-Effekt beschreiben, der die Farbwahl der Berufsbekleidung vielleicht am besten begründet. Das menschliche Auge hat nämlich so seine Eigenheiten. Schaut man nämlich eine längere Zeit auf eine einzige Farbe und blickt dann auf, sieht man irreale Flecken in der Komplementärfarbe. Diese wiederum sind vor weißem Hintergrund besonders gut sichtbar. Das liegt vor allem an den Photorezeptoren mit Stäbchen für Hell-Dunkel-Sehen und Zapfen für das Farb-Sehen. Ein Chirurg, der oftmals über Stunden hinweg nur auf die meist rote Operationswunde blickt, sieht beim Blickwechsel Flecken in der Komplementärfarbe grün. Diese wiederum fallen auf grüner Operationsbekleidung natürlich weniger auf als auf weißer und würden den Operateur somit auch weniger beeinträchtigen.

Auch wenn die Farbwahl der Berufsbekleidung von Chirurgen auf den ersten Blick eher willkürlich erscheint, gibt es einige gute Gründe, warum ausgerechnet grün oder blau ideal für diese Zwecke ist. Aber egal ob es nur ein Grund war oder tatsächlich alle, die Farbe im Operationssälen hat sich von Amerika ausgehend weltweit durchgesetzt und das ist sicherlich Beweis genug für die sinnvolle Farbänderung.

Der Selbsttest zum Nachbild-Effekt

Den Nachbild-Effekt kann man auch ganz einfach selbst ausprobieren. Betrachtet man den roten Kreis für etwa 40 Sekunden und sieht danach auf die weiße Fläche rechts, sieht man für kurze Zeit einen grünen Kreis. Probiert es doch mal aus!

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