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Rot, Gelb oder Blau? Womit Sie bei Ebay und Co. die besten Verkaufspreise erzielen

Man hat zwar mittlerweile viel über die Tricks der Werbeindustrie gelesen, die gerne Farben für sich arbeiten lässt. Aber wir fallen trotzdem immer wieder auf die bunten Manipulationen rein… Schönes Beispiel: Ein Spülmittelhersteller konnte Hausfrauen davon überzeugen, dass ein neues Spülmittel (das sich in nichts von den anderen in der Reihe unterschied) am schonendsten ist für die Hände – einfach weil es in softem Rosa daherkam. Und eine Limonadenmarke hielt sich nicht lange mit einer neuen Rezeptur auf, sondern ging das Ganze kosten- und zeitsparender an: Sie ließ schlicht die Verpackung etwas gelblastiger ausfallen – und schon schworen die Verbraucher, die Limo schmecke viel zitroniger.

Was man davon lernen kann? Farbe wirkt. Und das Gute daran? Sie wirkt auch für Sie beim nächsten Verkauf auf Ebay und Co., wenn Sie sich an ein paar einfache Regeln halten. Damit werden Sie sich nicht nur wirkungsvoll von den anderen Angeboten abheben, sondern mit der richtigen Hintergrundfarbe können Sie auch noch einen besseren Preis erzielen.

Was ist also das perfekte Farb-Verkaufs-Rezept?

Eine Studie untersuchte die Wirkung von drei unterschiedlichen Hintergrundfarben bei Online-Verkäufen:  Die Tester bekamen das Produkt, eine Spielekonsole, einmal vor einer leuchtend roten, einmal vor einer kühlen blauen und noch einmal vor einer dezent grauen Farbfläche zu sehen. Das Ergebnis? Vor dem blauen Hintergrund wirkte das Gerät neuwertiger und auch qualitativ hochwertiger als vor Rot. Hilfreich ist hier auch, dass viele Menschen Blau mit Sachlichkeit, Glaubwürdigkeit und Innovation assoziieren und diese Eigenschaften automatisch auf das Produkt übertragen.

Blau steht zudem für Qualität und Langlebigkeit – wozu passt, dass Käufer in einem Shop mit blauer Farbgebung deutlich häufiger (die Wahrscheinlichkeit ist um 15 Prozent größer) wieder einkaufen als in einem mit Orange als dominanter Farbe.

Gibt es einen Unterschied zwischen Angeboten zum Festpreis und bei Geboten?

Absolut. Wenn der Preis noch offen war und man auf die Konsole bieten konnte, krochen die Gebote vor dem blauen und grauen Hintergrund nur langsam nach oben. Ganz anders bei Rot: Die Farbe animiert zu Spontankäufen, weil man mit Rot in Aufregung und leichten Stress versetzt wird – man glaubt, schnell handeln zu müssen. Daher stiegen die Gebote rasant an, die Bieter hatten das Gefühl, sich behaupten zu müssen.

Bei Angeboten zum Festpreisen erwies sich der der rote Hintergrund allerdings als Nachteil: Hier wurde trotzdem gefeilscht, was das Zeug hielt. Die potenziellen Käufer wollten ein Schnäppchen machen beim Angebot in Rot – kein Wunder, wir allen kennen die roten „SALE“-Schilder. Wenn Sie etwas zum Festpreis verkaufen möchten, ohne handeln zu müssen wie auf dem Basar, ist daher ein kühler Hintergrund in Blau oder Grau deutlich besser geeignet.

Zusammengefasst heißt das: Online erzielen Sie mit einem roten Hintergrund bei Versteigerungen den höchsten Preis. Wollen Sie aber etwas auf Verhandlungsbasis oder zum Festpreis verkaufen, werden Sie mit Rot den niedrigsten Preis bekommen. Sie denken, das sind nur ein paar Cent Unterschied und nicht der Rede wert? Denkste, es sind ganze 20 Prozent.

Diese 20 Prozent machen bei Ihrem Verkauf vielleicht nur 20 Euro aus, aber Google hat bewiesen, dass sich Farbwirkung auch im deutlich größeren Maßstab zum Geldverdienen nutzen lässt: Allein durch die Verwendung eines bestimmten Blautons hat Google die Klickrate und seinen Umsatz steigern können – um satte 200 Mio. in einem einzigen Jahr. Also… Farbe wirkt!

Quellen:

Rajesh Bagchi und Amar Cheema: „The Effect of Red Background Color on Willingness-to-Pay: The Moderating Role of Selling Mechanism“, in: Journal of Consumer Research 39, Nr. 5, Februar 2013, S. 947-960

Jinwoo Kim und Jae Yun Moon: „Designing towards Emotional Usability in Customer Interfaces – Trustworthiness of Cyber-banking System Interfaces“, in: Interacting with Computers 10, Nr. 1, Januar 1998, S. 1-29.

Eva Heller, Wie Farben wirken, Rowohlt 2004, S. 260 f.

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