Die Farbexperten - Ein Blog über dein Zuhause

Farbe und Duft: Wie Farben den Geruchssinn beeinflussen

Kaffee ist nicht gleich Kaffee. Es ist aber auch nicht egal, woraus man ihn trinkt. Forscher haben sich die Mühe gemacht herauszufiltern, dass Kaffee am aromatischsten schmeckt und riecht, wenn er in braunen oder orangen Tassen serviert wird. Bei weißem Porzellan wurde er dagegen als ver-gleichsweise bitter eingeschätzt. Bei gelben Duftkerzen erwarten wir einen Geruch nach sonniger Zitrone, bei hellem Violett nach Flieder oder Lavendel.

Aber kann man das verallgemeinern? Ist das überhaupt bei allen Menschen gleich?

Nach einer groß angelegten Studie weiß man, dass es durchaus kulturelle Unterschiede gibt bei der Zuordnung von Farben zu Düften. Für uns Europäer „riecht“ Plastik daher auch mal orange, einfach weil es viele Plastikgegenstände in der Farbe gab und gibt. Chinesen sehen aus demselben Grund den Geruch von Plastik eher bei den neutralen Farbtönen. Aber: Innerhalb einer Kultur und auch bei den meisten Zuordnungen hat man wenig Unterschiede festgestellt, die Assoziati-onen waren sehr ähnlich. So werden fruchtige Düfte meist Pink bis (Beeren-)Rot zugeordnet, ein Geruch wie aus des Waldes tiefem Grunde war für alle schmutzig braun. So weit keine Überra-schungen.

Wir haben also zu jedem Duft spontan einen bestimmten Farbton im Kopf, und umgekehrt weckt eine bestimmte Farbe Erwartungen an den Duft, die erfüllt werden sollten. Falls nicht, sind wir verwirrt.

Die Farbe der Verpackung oder des Produktes an sich spielt daher eine große Rolle, wie Verbraucher etwas einschätzen. Die falsche Farbe kann z. B. ein Parfüm im schlimmsten Fall komplett verfälschen.
Stellen Sie sich einen zierlichen, fragilen Flakon vor, der aussieht, als dürfte man ihn nur mit den Fingerspitzen anfassen, weil sonst mindestens ein Teil davon abbricht. Um den Flaschenhals ranken sich rosafarbene Schleifchen. Glas und Flüssigkeit schimmern wie Perlmutt. Man erwartet? Einen luftigen Blütenhauch, vielleicht romantisch, vielleicht pudrig. Sie wären sehr irritiert, wenn Sie nach dem Sprühen aufdringliche Moschus- und erdige, schwere Ledernoten einhüllen würden, oder?

Die beiden Sinneseindrücke – Farbe und Duft – sind zwei Kommunikationsmedien, die keine voneinander abweichende Geschichte erzählen dürfen. Ihre Botschaften müssen unbedingt zusammenpassen, damit etwas als angenehm oder sogar positiv eingestuft wird.

Der Nutzen fürs eigene Zuhause: Der passende Raumduft zur Wandfarbe

Jetzt werden die meisten nicht morgen ins Werbegeschäft einsteigen wollen, aber das Ganze hat auch fürs eigene Zuhause einen großen Nutzen: Sie können Ihr Wohn- oder Schlafzimmer einfach „pimpen“ und die Raumwirkung steigern, indem Sie den passenden Raumduft zur Wandfarbe wählen. Klingt banal, macht aber tatsächlich einen großen Unterschied.

Zur Einstimmung ein „schönes“ Beispiel aus einem Wellnesshotel, wie man es nicht machen sollte: Man hatte sich richtig Mühe gegeben mit dem neuen Yoga-Raum, alles dort wisperte leise: „Ent-spannung.“ Zu den hellen, unbehandelten Hölzern gab es organische Formen. Naturtöne von hellem Sand über Leinenweiß bis zur Farbe von grünem Tee. Weiche Stoffe, klare Linien. Dämpfender Boden, leise Stimmen. Alles gut. Bis man bei einer der Übungen einen tiefen Atemzug nahm – und aus dem Nach-unten-schauenden-Hund verwirrt nach oben guckte. Das Problem: Der ganze Raum wurde mit einem kraftvollen Zitrusduft beduftet, erfrischend, spritzig, energiegeladen. Aber gar nicht entspannend, sondern im Gegenteil sehr anregend. Der falsche Duft hat die ganze gelassene Grundstimmung und Entspannung zunichte gemacht.

Raumdüfte - Wie macht man es richtig?

Nehmen wir an, Sie haben die Wandfarbe Ihrer Träume gefunden, das Zimmer hat genau die Stimmung, die Sie sich gewünscht haben. Jetzt heißt es: die Farbwirkung unterstreichen, nicht gegen sie arbeiten, indem ich z. B. einen Raumduft vernebele, der so gar nicht zur Farbpersönlichkeit an der Wand passt. Denn auch wenn Düfte nur unterbewusst wahrgenommen werden, haben sie einen großen Einfluss darauf, wie ein Zimmer auf uns wirkt (denken Sie nur an die cleveren Immobilienmakler, die Backduft oder Vanillearoma verwedeln, bevor Interessenten zur Besichtigung kommen).

Wenn alles stimmt, wenn Farbe und Duft wie füreinander geschaffen sind und die Hochzeit des Jahres feiern, dann legen Sie – zusätzlich zur Wirkung der Wandfarbe – noch eine passende subtile Schicht auf den Raum, die die Farbwirkung steigert und intensiviert. Der passende Duft komplettiert die Farbe. Außerdem wirken Räume, bei denen die einzelnen Schichten durchdacht und aufeinander abgestimmt sind, harmonisch und in sich stimmig – nicht so schlecht, oder? ;) Und relativ einfach umzusetzen.

Zwei Beispiele für eine harmonische Kombination aus Wandfarbe und Raumduft

Damit Sie sich das besser vorstellen können, hier zwei Beispiele, wie eine harmonische Kombi von Wandfarbe mit passendem Raumduft aussehen kann.

Moodboard zu warmen Raumdüften mit orangeroter Wandfarbe

Wir starten mit einem einfachen Beispiel, bei dem der Farbname schon vielversprechend riecht: „Duft des Orients“ aus der Alpina-Kollektion „Feine Farben“, ein warmes Rotorange. Die Farbwirkung: herzlich, behaglich, sinnlich. Es ist die Farbe alter Steinwände in Marrakesch, die die Wärme der Sonne in sich gespeichert haben. Denken Sie an ruhige Innenhöfe mit üppigen Kissenlagern in satten Farben und opulenten Mustern. An orientalische Basare, auf denen die Luft erfüllt ist vom Duft aromatischer Gewürze wie Zimt und Kardamom oder Amber, Tonkabohne und Jasmin. Warm und samtig, würzig und exotisch, genau so riecht auch der passende Duft zur Farbe.

Mooadboard zu kühlen Raumdüfte mit blauen Wänden

Von den hitzeflirrenden Plätzen des Orients zur kühlen Seeluft: das zweite Beispiel ist „Stolzer Wellenreiter“, ein tiefes Azurblau. Die Farbwirkung: erhaben, kraftvoll und tiefsinnig. Stellen Sie sich vor: blaue Wände aus schäumendem Wasser, meterhohe Wellenberge, die sich an schroffen Felsen brechen. Es ist die Farbe des tosenden Meeres und Gischt umbrandeter Küsten. Die Energie des Ozeans, eingefangen in einer perfekten blauen Welle. Dazu passt kein romantischer Rosenduft. Hier brauchen Sie klare, aquatische Frische mit starken Untertönen aus Zedernholz oder Wacholder und leicht salzigen Noten. Es ist kein wässriger, sondern ein charakterstarker Raumduft, der an kühles Wasser erinnert, aber auch die ungebändigte Kraft des Ozeans durchschimmern lässt.

Lust bekommen, die passende Begleitung für Ihre Wandfarbe auszuprobieren? Zu jedem Farbton aus den „Feinen Farben“ von Alpina gibt es ein Kurzporträt zu Farbwirkung und -charakter. Damit fällt es leicht, den passenden Duft zur Farbe zu finden.

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