Die Farbexperten - Ein Blog über dein Zuhause

Die Wirkung von Farben auf unser Essverhalten

Wie Farben uns beeinflussen

Mittlerweile weiß jeder, dass Farben eine bestimmte Farbwirkung in unserem Unterbewusstsein hervorrufen. Welche Farbe was genau bewirkt, kann man in den unzähligen Büchern rund um die Farben Psychologie nachlesen. So gilt Rot als Farbe von Energie und Wärme, wirkt wie ein Magnet und erzeugt Aufmerksamkeit. Blau hingegen, als Farbe von Tiefe und Kühle, macht uns nachdenklich und strahlt eine gewisse Ruhe aus. Meistens beschäftigen wir uns mit der Farbwirkung jedoch, wenn es um die Raumgestaltung geht. Doch mal Hand aufs Herz, wer hat sich schon mal darüber Gedanken gemacht, ob die unterschiedlichen Farbwirkungen, die unser Unterbewusstsein beeinflussen auch Auswirkungen auf unser Essverhalten haben?

Weniger Appetit dank richtiger Farbe

Aufgeschnittene Feige auf blauem Teller.

Die Farbe des Geschirrs von dem wir essen, wirkt sich auf die gegessene Menge und den Geschmack aus.

Rotes Teeservice mit weißen Punkten.

Hast Du dich schon mal gefragt, ob es wirklich an deiner Schwiegermutter liegt, dass Du kein Appetit hast, wenn Du dort zum Essen eingeladen bist oder ob es vielleicht doch damit zusammenhängt, dass deine Schwiegermutter stets auf ihrem Tafelservice in ihrer Lieblingsfarbe Blau auftischt? Denn tatsächlich wirkt die Auswahl der Farbe des Geschirrs unterbewusst auf uns ein. Geschirr in Blau, Grau und Violett wird nämlich nachgesagt, den Appetit zu zügeln. Dies wird vor allem darauf zurückgeführt, dass diese Farben auch als Indiz von Gift oder Fäulnis evolutionär durch unsere Vorfahren bei uns verankert sind. Auch wenn dieser Effekt in manchen Fällen nicht wünschenswert ist, gibt es auch Situationen, in denen man sich diese Wirkung zu Nutze machen kann. Hat man nämlich das Ziel Gewicht zu reduzieren, eignet sich die Farbwirkung von blauem Geschirr ideal. Selbst Heißhungerattacken kann die Farbwirkung von Blau angeblich in Zaum halten. Doch nicht nur auf appetithemmende Farben sollte man ein Augenmerk legen. Denn so wie die Farbwirkung von Blau als appetithemmend wahrgenommen wird, gibt es Farben wie Rot, Orange oder Brauntöne, denen eine appetitanregende Wirkung nachgesagt wird. Das lässt sich auch ganz einfach nachvollziehen. In der Natur sehen wir diese Farben an reifen Früchte, essbaren Wurzeln und an Tieren – ebenso ein Relikt unserer Vorfahren. Wir merken: Bei der nächsten Diät unbedingt auf die Farbe des Geschirrs achten!

Wie sich Restaurants Farben zunutze machen.

Außenansicht eines rot eingerichtetes Restaurant.

Warme Farben, gedämpftes Licht – so locken viele Restaurants.

Rustikal eingerichtetes Kellerrestaurant.

Ob die rötlich-schimmernde Wandgestaltung und das warme, gedämpfte Licht beim Lieblingsitaliener reiner Zufall ist? Oder wohl eher berechnetes Kalkül? Wir sind uns sicher, dass es sich um Zweiteres handelt. Denn wie wir bereits wissen, hat die Farbe Rot eine appetitanregende Wirkung auf uns. Wir sind in einer warmen, rötlichen Atmosphäre gewillt sogar über unseren Hunger hinaus zu essen und davon machen Restaurantbesitzer regelmäßig Gebrauch. Selbst die Lebensmittelindustrie nutzt diese Farbwirkung. Ob es nun die bekannten Logos von Marken aus dem Lebensmittelbereich sind oder die Gestaltung von Lebensmittelverpackungen, sie bedienen sich alle der Farbwirkung von Rot.
Ein eher seltenes Bild in Restaurants ist hingegen ein blaues Farbkonzept. Nur wenige Restaurants finden sich, die mit blauen Wänden locken oder blaue Tischwäsche und Geschirr verwenden und wenn sie das tun, ist dies meist auf die Herkunft der servierten Landesküche zurückzuführen. Denn die Wirkung der Farbe Blau erzeugt das genaue Gegenteil zu dem, was ein Restaurant möchte: Die Menschen essen fast ein Drittel weniger! Dies hat zum einen mit der appetithemmenden Farbwirkung von Blau im Allgemeinen zu tun, aber auch mit der Tatsache, dass das Essen in blauer Kulisse einfach weniger ansprechend erscheint. Einfach beim nächsten Restaurantbesuch auf die Wandgestaltung und das Interieur achten.

Wie Farben unseren Geschmack beeinflussen

Von klein auf wird uns der Satz „Das Auge isst mit“ vermittelt und begegnet uns in den unterschiedlichsten Weisen im Alltag. Angefangen von formschönen Lebensmitteln wie der Wurst in Bärchenform, hin zu perfektionistisch angerichteten Tellern in der Gastronomie und schließlich gipfelnd unter dem Hashtag Foodporn auf Instagram, wird die optische Wirkung auf unseren Appetit ausgenutzt. Doch was hat es eigentlich damit auf sich? Das Sinnesorgan zum Sehen – also das Auge – ist eng verbunden mit den beiden geschmacksbestimmenden Sinnen Riechen und Schmecken. Wird einer der Sinne, in diesem Fall der Sehsinn beeinflusst, verändert sich für uns gleich der ganze Geschmack. Ein und derselbe Weißwein beispielsweise verändert seinen Geschmack im grünen Licht von sauer hin zu fruchtig im roten Licht. Ähnlich verhält es sich am Beispiel von unterschiedlich eingefärbten Apfelsaft. Während der naturfarbene Apfelsaft als dieser auch gleich erkannt wird, wird der rot eingefärbte Saft für Johannisbeersaft gehalten und der grüne sogar für Kiwisaft. Der Geschmack eines Lebensmittels wird zudem auch von der Farbe des Gefäßes, in dem es serviert wird, beeinflusst. Kaffee aus einer weißen Tasse beispielsweise schmeckt weniger süß, intensiver und bitterer. Der deutschen Soziologin Eva Heller zufolge, verbinden wir grün und gelb demnach mit der Geschmacksrichtung sauer, Pink, Orange und Rot hingegen mit Süßem. Bei weißen, grauen oder sogar blauen Lebensmitteln erwarten wir etwas Salziges und die Farben Violett, Schwarz und Braun assoziieren wir mit Bitterkeit. Besonders pfiffige Gastronomen und Lebensmittelhersteller spielen mit den Farben und den damit erwartbaren Geschmäckern und überraschen die Konsumenten, wenn etwas nicht wie erwartet schmeckt. Daher beim nächsten Mal vielleicht einfachmal das schwarze Eis probieren, es ist vielleicht gar nicht bitter!

Kaffee mit Latte Art in weißer Tasse.

Die optische Wahrnehmung hat einen großen Einfluss darauf, wie und wonach es schmeckt.

Roter Apfelsaft in Henkelgläsern.
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