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Alles andere als langweilig. Die Farbe des Monats Februar: Grau

Aufgewachsen in der kargen, felsigen Normandie behielt der Modeschöpfer Christian Dior zeit seines Lebens eine Vorliebe für alle Grauschattierungen bei, die ihn an seine Heimat erinnerten. Auch seine Boutique in Paris gestaltete er in ganzen 54 verschiedene Graunuancen für einen schlichten, aber eleganten Look - passend zu seiner Mode, dem „New Look“ mit seinen architektonischen Linien.

Was man von Dior für die Inneneinrichtung lernen kann? Er war der Erste, der das sachliche Grau richtig glamourös wirken ließ, indem er mit Nuancen, Formen und Texturen spielte. Und nicht nur Kleider, auch Räume wirken alles andere als Grau in Grau, wenn man Diors Rezept anwendet. Wenn man runde neben kantige Formen stellt, matte mit glänzenden Stoffen mixt und polierte Oberflächen mit haptisch aufregenden Textilien kombiniert wie Samt oder rauem Holz.

Ein Wohnzimmer in grau – zeitlos und elegant.

Grau fristet im Wohnbereich schon länger kein Schattendasein mehr, sondern hat sich mittlerweile als perfekte Neutralfarbe etabliert. Und: Grau bleibt auch in diesem Jahr einer der wichtigsten Trendtöne fürs Interior. Dabei ist die Nichtfarbe kein Stück langweilig, eintönig oder farblos, sondern eher das Chamäleon unter den Farben. Grau kann sich der Persönlichkeit jedes Raumes mühelos anpassen - vom kühlen Industrial Chic bis zum modernen Landhausstil.

Skandinavisch reduziert, aber trotzdem gemütlich wird Grau mit natürlichen Materialien wie Leinen, Baumwolle und unbehandeltem Holz. Filz und Fake Fur verströmen zusätzliche Wärme, Pastelltöne nehmen dem Grau zuverlässig die Strenge.

Mit zarten Pastelltönen lassen sich selbst dunkelgraue Wände auflockern. Wand: Alpina Farbrezepte BETON-Optik.

Mit der steigenden Beliebtheit von Grau kamen viele neue Nuancen auf den Markt, die mit facettenreichen Untertönen faszinieren. Etwa Taubengrau oder subtiles Hellgrau mit Mauveschimmer, das Räume sanft färbt und optisch in sich ruhen lässt. Mit diesem warmen, sinnlichen Grauton schaffen Sie einen ruhigen Rückzugsort im ausgeglichenen „Zen de luxe“-Stil, der entspannt, aber elegant daherkommt. Am besten wirkt er vor einer zurückhaltenden Farbpalette, etwas warmem Holz oder weißen Möbelstücken im minimalistischen Look.

Grau kann auch sanft und zurückhaltend sein, wie “Poesie der Stille” aus der Kollektion Alpina Feine Farben.

Silberakzente dagegen bringen helle Grautöne richtig zum Leuchten und lassen sie edel, fast ätherisch wirken. Stimmig dazu sehen besonders klassische Einrichtungsstile aus, die den eleganten Ton unterstreichen.

Dunkle Grautöne lassen sich am besten mit leichten Materialien ausbalancieren: z.B. Glas oder Silber.

Ein Trend für Mutige: Anthrazit gehört dieses Jahr zu den Trendfarben und schafft wirklich markante Räume. Um den imposanten Grauton auszubalancieren, passen helle Partnerfarben oder Pastelle sowie Möbel und Accessoires aus leichten Materialien wie Glas.

Wer den Kontrast aus hart und luftig etwas stärker spielen möchte, kombiniert viel Weiß zur BETON-OPTIK.

Mit Naturmaterialien, Strick und kräftigen Farbpartnern gibt sich Grau plötzlich ganz gemütlich für Räume wie ein wohliger Kokon.

Skandinavisch gemütlich: Stärke der Berge mit Strick und Naturmaterialien.

Jung und trendig wird es mit einem der für mich schönsten Farbmatches dieses Jahr: kantiges Grau in Kombination mit unkompliziertem Gelb, das selbst dunkle Grautöne aufmischt und gut gelaunt aussehen lässt. Toll dazu: grafische Muster in Schwarz-Weiß, die zwischen dem strengen Grau und dem lebhaften Gelb vermitteln.

Frisch, spritzig und hoch angesagt: markantes Grau, freches Gelb und graphische Muster in Schwarz Weiß.

Grau ist alle Theorie, daher hier noch ein praktischer Tipp zu grauen Wänden: Im Idealfall lernt man ja nicht nur aus seinen eigenen, sondern auch aus den Fehlern von anderen. Das ist besonders leicht, wenn sich deren Fehler so gut ins Gedächtnis eingeprägt haben wie die Streichaktion eines Bekannten. Frisch getrennt, wollte er in seiner neuen Wohnung auch frisch streichen und entschied sich für männlich-markantes Grau. Stolz präsentierte er kurz danach das Wohnzimmer im Abendlicht, das stimmungsvoll, warm - und leider auch ziemlich gelb auf die Wände schien. Die waren dadurch plötzlich nicht mehr markig-grau, sondern eher blumig-fliederfarben.
Da er bisher noch nicht zum Umstreichen gekommen ist, laden sich seine Freunde gerne in den „Lila Salon“ ein und fragen dort nach Spitzendeckchen zum Unterlegen fürs Bierglas …

Viele Grautöne haben einen violetten Unterton, der u. a. durch Gelbtöne im Licht gnadenlos hervorgehoben wird, aber auch durch Möbel und Böden aus gelbstichigen Hölzern wie Eiche. Achten Sie bei der Wahl des Grautons daher unbedingt auf den Unterton, die Farbe der Einrichtung und die Lichtverhältnisse im Raum, wenn Sie kein Faible für liebliches Lavendel haben, sondern Wände in zeitlosem, elegantem Grau planen.