Raumgestaltung

Ein Kinderzimmer für zwei

Tipps und Tricks für das gemeinsame Kinderzimmer

Mit einem Farbkonzept lassen sich die Bereiche von zwei Kindern auf elegante Weise abtrennen.

Ein kleines Geschwisterchen zu bekommen, ist etwas Wundervolles! Aber schon mit dem zweiten Kind stehen Familien plötzlich vor einer grundsätzlichen Frage: Wie und wo soll der Nachwuchs in Zukunft untergebracht werden – jeder in seinem eigenen Kinderzimmer oder sollten sich die Geschwister ein Zimmer teilen? Gute Gründe gibt es für beide Lösungen. So fördert das gemeinsame Kinderzimmer beispielsweise den Zusammenhalt, die Rücksichtnahme und die Kompromissfähigkeit der Kinder. Auf der anderen Seite kann das Zusammenleben die freie Entfaltung der Persönlichkeit einschränken. Gerade bei stilleren Kindern besteht die Gefahr, dass sie unter stärkeren, dominanteren Geschwistern leiden können. Insgesamt müssen die Pro- und Contra-Argumente im Einzelfall sorgfältig abgewogen werden, denn jede Familiensituation ist anders.

Ist die Entscheidung für das gemeinsame Kinderzimmer gefallen, können Eltern mit ein paar einfachen aber wichtigen Regeln, Tipps und Tricks dafür sorgen, dass das Zusammenleben der Geschwister in der Praxis harmonisch verläuft und die größten Herausforderungen gemeistert werden. Das einfachste dabei ist es, das geteilte Kinderzimmer so einzurichten, dass beide Geschwister sich wohlfühlen – Alpina zeigt, worauf Sie achten müssen.

Alles eine Frage des Alters – geteiltes Kinderzimmer ab einem Jahr bis zur Pubertät

Experten, Kinderpsychologen und Familientherapeuten empfehlen, Kinder frühestens mit einem Jahr  in einem gemeinsamen Kinderzimmer unterzubringen. Wichtig ist, dass der neue Sprössling bereits durchschläft, damit er  den Schlaf des Geschwisterchens nicht stört. Um beide möglichst früh an die neue Situation zu gewöhnen, sollten Eltern das Zimmer schon früh für die gemeinsame Zeit vorbereiten. So können die Kinder das Zimmer schon gemeinsam nutzen, bevor sie zusammenziehen.   Schulpflichtige Kinder benötigen zudem ab der ersten Klasse einen eigenen Arbeitsplatz, an dem sie ihre Hausaufgaben ungestört erledigen können, beispielsweise einen Schreibtisch in einer geschützten Nische. Spätestens ab der Pubertät wird der Ruf der Kinder nach einem eigenen Zimmer lauter – besonders dann, wenn die Kinder unterschiedlichen Geschlechts sind.

Der richtige Altersunterschied – von zu jung bis zu alt für ein gemeinsames Kinderzimmer  

Als gängige Faustregel gilt: Der ideale Altersunterschied liegt zwischen zwei und vier Jahren. Weil Kinder, die nur ein Jahr auseinanderliegen, ähnliche Entwicklungsschritte durchlaufen, neigen sie zu Konkurrenzkämpfen. Mehr als vier Jahre werden häufig als problematisch betrachtet, da sich die Interessen und Fähigkeiten der Kinder dann zu stark unterscheiden.

Kind rein, Kleiderschrank raus – Platz schaffen in kleinen Kinderzimmern für Zwei

Um in einem kleinen Kinderzimmer mehr Spielraum zu schaffen, sollten die Eltern prüfen, ob sich Kleiderschränke der Kinder im Flur oder im elterlichen Schlaf-, Arbeits- oder Umkleidezimmer unterbringen lassen. Je kleiner das Zimmer, desto selbstverständlicher nehmen die Kinder das Wohnzimmer in Beschlag. Wer nicht überall auf Spielsachen treten möchte, kann mit speziell abgetrennten Spielbereichen Abhilfe schaffen, etwa Nischen oder Ecken mit einem Teppich auslegen. Die Kinder empfinden die Spielecke als „ihr Revier“ des Wohnzimmers – und die Eltern haben die Möglichkeit, die Spielsachen in einen abgegrenzten Bereich zu verbannen.  

Die Gretchenfrage – welches Bett soll es sein

Das Bett ist im Kinderzimmer ein besonders wichtiger Ort. Kinder lernen früh, dass es „ihr“ Bett ist – und sie können bestimmen, wer darin liegen oder spielen darf. Darüber hinaus ist das Bett ein wichtiger Rückzugsbereich für ein Kind, in dem es sich auch mal die „Decke über den Kopf ziehen“ kann. Deshalb ist die Frage nach der besten Bett-Lösung elementar.

  • Doppel- oder Ausziehbett – eher schwierig für Kinder 
    Ein Doppelbett ist für die meisten Kinder auf Dauer eine Herausforderung. Ihnen fehlt zum einen ein privater Rückzugsraum. Zum anderen ist der „Grenzverlauf“ bei einer durchgehenden Matratze unklar und ist damit kontinuierlicher Quell von Streitereien. Entscheiden sich Eltern trotzdem für ein Doppelbett, sind getrennte Matratzen sinnvoll. Sie schaffen eine natürliche und nachvollziehbare Grenze und die Kinder stören sich weniger im Schlaf, wenn sie sich bewegen. Ein Ausziehbett (Jump-Up-Bett), bei dem die eine Bettseite unter das andere Bett geklappt wird, ist zwar platzsparend – hat aber seine eigenen Tücken. Zum einen besitzen entsprechende Betten häufig keinen richtigen Lattenrost und sind meist von der Matratze her nicht für den Dauergebrauch ausgelegt. Zum anderen verschwindet das Bett des einen Kindes immer, so dass ihm tagsüber der private Rückzugsraum fehlt. 
  • Einzelbetten kosten Raum, sorgen aber für Privatsphäre  
    Einzelbetten sind die einfachste Lösung – sofern das geteilte Kinderzimmer groß genug für zwei Betten ist. Falls die räumlichen Gegebenheiten es zulassen, sollten die Betten entfernt voneinander aufgestellt werden, beispielsweise an entgegengesetzten Wänden. Das Bett fungiert als Hauptquartier, das den eigenen Bereich markiert.
  • Das Etagenbett – Himmel und Höhle für die Kleinen
    Viele Kinder wünschen sich ein Etagenbett. Wer unten liegt, schafft sich durch Vorhänge und Betthimmel eine kuschelige Höhlenatmosphäre. Im „ersten Stock“ regiert das Abenteuer – hier wird geschlafen, geklettert und gespielt. Wichtig beim Kauf eines Hochbettes: Das Kind, das oben schläft, muss alt genug sein, um sicher die Leiter herunterzuklettern, falls es nachts doch mal schnell zu Mama und Papa laufen möchte. Ein weiterer Faktor, auf den Eltern beim Kauf eines Kinderhochbettes achten sollten: Das Etagenbett sollte so konstruiert sein, dass es sich problemlos in zwei Einzelbetten zerlegen lässt. Das erspart den Neukauf, sollten die Geschwister doch mal auseinander ziehen oder das Zimmer umstrukturieren. 
Zwei Kinder, zwei Welten? – die Prinzessinnen- und Piratenproblematik im Geschwisterkinderzimmer

Wenn sich zwei Kinder ein Zimmer teilen, können Welten aufeinanderprallen. Was, wenn sich die Tochter ein rosa Prinzessinnenzimmer wünscht, während es für den Sohn ein wildes Piratenzimmer sein muss? Im ersten Schritt müssen Eltern festlegen, ob sie ein gemeinsames Raumkonzept bevorzugen – oder jedes Kind seine ganz persönlichen Vorstellungen in „seiner Zimmerhälfte“ umsetzen darf. Welche Art der Raumgestaltung sinnvoll ist, hängt von vielen individuellen Faktoren ab: unter anderem vom Raum selbst, vom Charakter der Kinder, ihren Neigungen und Vorlieben – und auch davon, ob die Kinder das gleiche oder unterschiedliche Geschlechter haben. Wichtig in jedem Fall: Jedes Kind benötigt einen Rückzugsraum, der klar nur ihm gehört. Im mindesten Fall ist das das eigene Bett. 

Tipp der Farbexperten
Neutrale Kindermöbel überdauern die häufig relativ kurzlebigen Prinzessinnen- oder Superman-Phasen der Sprösslinge. Ihre Zimmergestaltungswünsche können die Kinder alternativ über Poster, Spielzeug, Bettwäsche oder Vorhänge ausleben. Mehr dazu erfahren sie hier.

Einheitliches Raumkonzept für ein Doppelkinderzimmer – mehr Harmonie und trotzdem Raum für Individualität

Bei einem gemeinsamen Raumkonzept sind alle Farben, Möbel und Materialien im Kinderzimmer harmonisch aufeinander abgestimmt – so dass das Zimmer aus einem Guss wirkt. Gemeinsame Raumkonzepte eigenen sich besonders für kleinere Kinderzimmer, da eine strikte Trennung in zwei Bereiche die Spielfläche zu stark reduziert und das geteilte Kinderzimmer unruhig wirken kann. Trotz des einheitlichen Raumkonzeptes ist es wichtig, dass jedes Kind seinen eigenen, abgetrennten Bereich besitzt. Der sollte auch optisch klar und eindeutig zu erkennen sein – und im Idealfall von den Kindern selbst (mit-)gestaltet werden. Individuelle Zonen lassen sich etwa durch verschiedene Möbelknöpfe, Tagesdecken, Bordüren oder Wand-Tattoos abgrenzen. Eine gute Möglichkeit sind auch farbliche Akzentflächen an den Wänden. Durch eine dominante Hauptfarbe entsteht ein harmonischer und ruhiger Gesamteindruck, durch Nischen, Ecken oder Wände, die in individuellen Farbtönen gestrichen sind, lassen sich für jedes Kind eigene Bereiche schaffen.

Zwei Raumkonzepte in einem Kinderzimmer – gemeinsam jeder für sich

Bei einem getrennten Raumkonzept wird das Kinderzimmer in zwei Hälften geteilt – und jede Hälfte nach den Bedürfnissen und Vorlieben des jeweiligen Kindes eingerichtet. Wichtig dabei: Beide Hälften müssen hinsichtlich Größe und Lichtverhältnisse gleichberechtigt sein. Ein Blick auf die Raumarchitektur vereinfacht die Teilung – Fenster und Türen können beispielsweise als Anhaltspunkte für eine „Trennlinie“ genutzt werden. Eine Tür in der Mitte der Wand teilt dem Raum gerecht in zwei Hälften. Darüber hinaus eignen sich besonders Nischen im Zimmer, um den Kindern eine Privatsphäre zu schaffen. Die Trennung lässt sich optimal durch Raumteiler unterstützen, zum Beispiel durch Kindermöbel oder Regale. Eine clevere Idee: Das Hochbett so einrichten, dass oben und unten von verschiedenen Seiten aus zugänglich ist. Ist die Leiter nach oben beispielsweise auf der linken Bettseite angebracht, kann die linke Bettseite mit Stoff bespannt werden, so dass das Kind im unten Bett nur nach rechts aussteigen kann und sich so vom Geschwister auch räumlich abtrennen kann.

Tipp der Farbexperten
Wenn jeder seine Lieblingsfarbe durchsetzt, – und die beiden Farben nicht zusammenpassen – kann das Zimmer schnell unruhig oder überladen wirken. Eine gute Möglichkeit: Die Lieblingsfarben abtönen, so dass sie über den weißen Farbanteil besser harmonieren.  

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