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Gemeinsamen Farbton finden: Tipps und Tricks

Farben und deren Wirkung für ein harmonisches Zusammenleben

Grüntöne schaffen ein Gefühl von Balance und Entspannung – perfekt für das erste gemeinsame Zuhause.

Wenn Paare zusammenziehen, prallen häufig gegensätzliche Stile und schwer kombinierbare Geschmäcker aufeinander. Mit einigen Kniffen aus der Farbpsychologie lässt sich eine Brücke schlagen. Die Alpina Farbexperten zeigen, mit welchen Farbverbindungen sich beide Partner in der gemeinsamen Wohnung wohlfühlen.

Was tun, wenn die Geschmäcker nicht zusammen passen?

Selbst schwer kombinierbare Stile lassen sich durch einen gemeinsamen farblichen Nenner vereinen. Um den zu finden, lohnt sich ein Blick auf die beiderseitigen Charaktereigenschaften und Vorlieben. Farben wirken nämlich nicht nur auf das Gemüt, Lieblingsfarben verraten auch viel über den Charakter einer Person, ihre Wünsche und Einstellungen. Daher sollte die Frage bei der gemeinsamen Farbwahl nicht nur lauten: „Was gefällt dir?“ sondern auch: „Was möchtest du damit ausdrücken? Welche Stimmung möchtest du erzeugen?“ Ist der gemeinsame Nenner im Farbempfinden erst einmal gefunden, lässt sich die Inneneinrichtung ganz einfach danach ausrichten.

1. Praxisbeispiel: Der Schnörkellose und die Verspielte

Setzt er beispielsweise auf satte, kräftige Farben und geradlinige Formen, sie hingegen auf pudrige Pastelle und verschnörkeltes Schmiedeeisen, scheinen diese Vorlieben zunächst schwer kombinierbar. Hierbei gilt es, die Absicht hinter der Farbwahl zu erkennen: Er möchte ein klares Statement setzen, sie dagegen ein Geborgenheitsgefühl erzielen.

Vielschichtige Mauvetöne eignen sich hervorragend als „Kompromissfarbe“. Sie sind dezent und setzen gleichzeitig ein Statement.
Kompromiss-Farbe ...

Um diese Wünsche zu vereinbaren, kann man eine „Kompromissfarbe“ wählen, die beide Ansprüche vereint: Etwa einen hellen, grau überhauchten Ton, der dennoch eine repräsentative Wirkung besitzt – zum Beispiel ein vielschichtiges Mauve, Graublau oder Graugrün. Grau nuancierte Pastelle sind so ungewöhnlich und interessant, dass sie allemal ein Statement setzen. Gleichzeitig wirken sie beruhigend und entspannend. Während die kühleren Töne eine unerschütterliche Gelassenheit verströmen, erzeugen die warmen Nuancen ein zärtliches Geborgenheitsgefühl. 

... oder anderer Ton

Alternativ kann die gewünschte Statementfarbe einfach abgedunkelt werden, um mehr Geborgenheit zu erzeugen: So ist ein sinnliches Bordeaux ebenso ausdrucksstark wie ein kräftiges Glutrot, nur dass es statt einer Signalwirkung eine elegante Gemütlichkeit verströmt. 

2. Praxisbeispiel: Ganz Mann – ganz Frau
Eine Wand in industrieller Beton-Optik setzt das ideale Gegengewicht zu femininen, zierlichen Elementen.

Er setzt auf kühle, eher schmucklose Wände und sie mag es zart und warm? In diesem Fall ist ein „Kompromiss-Farbton“ nicht einmal nötig. Die vermeintlichen Gegensätze passen wunderbar zu einander und ergeben in der Kombination eine unerwartete Harmonie: So werden „feminine“ Farben wie Flieder oder Rosé durch dunkle, „maskuline“ Grautöne oder eine industrielle Betonwand, ideal ausbalanciert. Zusammen ergeben sie ein geschlechtsneutrales Gesamtbild, in dem der vermeintlich feminine Ton, plötzlich wie ein frischer Farbspritzer, in einer ansonsten coolen Umgebung, wirkt. 

3. Praxisbeispiel: Die Schrille und der ruhige Pol
Niemand muss auf seine Lieblingsfarbe verzichten weil sie vermeintlich zu „grell“ ist. Selbst ein feuriges Rot lässt sich durch etwa Beigetöne ausbalancieren.

Möchte einer von beiden einen satten, kräftigen Farbton wählen, der dem Partner zu aufdringlich scheint, lässt sich auch dieses Problem durch abmildernde Kombinationstöne lösen. Signalfarben, wie etwa ein kräftiges Glutrot oder feuriges Orange, drängen sich weniger in den Vordergrund, sobald sie mit pudrigen Grautönen, Creme oder Beige kombiniert werden. Ein kräftiges, kühles Blau wird etwa durch einen wärmenden Sandton ausbalanciert. Zu jedem, noch so kräftigen Farbton, gibt es in der Regel einen Gegenpol, der die Farbwirkung abmildern oder verstärken kann (siehe Farbrezepte). Macht man sich diese Grundregeln zunutze, muss im Idealfall niemand auf seine Lieblingsfarbe verzichten. 

Ein Tipp für alle: Starke Kontraste vermeiden

Einige No-Gos sollten bei der gemeinsamen Farbwahl vermieden werden, um optische Spannungsfelder nicht noch zu verstärken. Töne, die sich im Farbkreis gegenüberliegen, die sogenannten Komplementärfarben, sollte sich nicht zu intensiv begegnen. Sie ergeben den stärksten Farbkontrast und scheinen in ihrer Wirkung immer gegeneinander zu kämpfen. Besonders spannungsgeladen sind dabei Kombinationen aus Lila und Gelb sowie aus Rot und Grün. Ebenso stark ist der Kontrast zwischen Schwarz und Weiß. Eine monochrome Einrichtung in Schwarzweiß sollte daher nur gewählt werden, wenn beide Partner gleichermaßen den minimalistischen Stil mögen. In dem Fall ist es dennoch ratsam, mit bunten Wohnaccessoires Farbimpulse zu geben. Für Paare, die sich in der Farbwahl schwer einigen können, ist der Schwarz-Weiß-Kontrast kein empfehlenswerter Kompromiss, da er schnell steril wirkt.

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